Ein Magazin der Dirk Nowitzki-Stiftung

»Next Gen« – Podcast mit Silke und Dirk

Silke und Dirk Nowitzki sprechen über die Frauen-WM, die nächste NBA-Generation und Longevity.

»Da simmer wieder. Herzlich willkommen zum 41Campus-Podcast. Diesmal aus Berlin mitten im Basketballfieber.  Mit Dirk spreche ich über die Heim-WM der Frauen, die Begeisterung in den Hallen und das Potenzial des deutschen Frauensports. Wir blicken auf die neue NBA-Saison, den Neustart der Dallas Mavericks und die nächste Generation deutscher NBA-Spieler. Und natürlich geht es auch um Family, gemeinsame Zeit und die Frage, was mit dem Älterwerden wichtiger wird. Schön, dass ihr dabei seid. Viel Spaß beim Zuhören.«

»Die beste Nationalmannschaft, die wir je hatten.«

Silke Nowitzki: Es gibt ja jetzt viele deutsche Spielerinnen in der WNBA. Wie kann man so ein Event wie die Frauen-WM in Berlin nutzen, um Veränderungen anzugehen oder mehr Aufmerksamkeit zu behalten auf dem Thema Frauen-Basketball?

Dirk Nowitzki: Das ist natürlich immer die Challenge nach so großen Turnieren. Wie geht es dann weiter? Wie kann man nachhaltig was schaffen? Ich glaube, dass Frauensport, aber auch speziell Frauen-Basketball, einen weiten, weiten Weg gegangen ist in den letzten 20, 25 Jahren. Wir haben die beste Nationalmannschaft, den tiefsten Kader, den wir je hatten. Wir waren das erste Mal im Viertelfinale bei den Olympischen Spielen in Paris vor zwei Jahren.

Jetzt sind wir wieder unter den Top 8 bei der Weltmeisterschaft [Anm. d. Red.: Das Gespräch fand vor dem Viertelfinale statt]. Die Wertschätzung ist da und ist ganz anders als damals, vor 25, 30 Jahren. Und es freut mich riesig für die Mädels, die wahnsinnig hart arbeiten, um den Sport in Deutschland nach vorne zu pushen.

Schauen wir mal, ob wir den Hype von der WM nutzen können und vielleicht so einen Standort wie Alba Berlin auch nochmal woanders aufziehen in Deutschland. Und dass der Sport noch weiter wächst.

Wie in den frühen 2000ern.

Du bist jetzt wieder als NBA-Experte bei Amazon Prime dabei. Wie blickst du auf die nächste Saison?

Wir hatten einen Riesenspaß in den Playoffs, wo die Competition ganz toll war und die Spiele Spaß gemacht haben. […] Ich war fast jede Woche in LA für sechs, sieben Wochen am Stück, ein paar Tage und dann mal kurz heimgeflogen, dann zwei Tage später wieder zurück. Ich war schon echt platt Mitte Mai, als wir dann unsere letzte Sendung hatten, aber es war eine tolle Zeit und ich freue mich auf die neue Saison. Dieses Jahr haben wir ja auch die Eastern Conference Finals, das heißt, wir haben noch zwei Wochen länger im Mai.

[…] Dass der Steve dabei war, war für mich natürlich nochmal das i-Tüpfelchen, dass ich das alles mit einem meiner besten Freunde erleben kann.

Wir gehen essen, wir spielen Tennis – und das erinnert ich mich so an die frühen 2000er, als wir angefangen haben abzuhängen, ins Kino zu gehen und essen zu gehen.

»Ich war echt viel zu dünn.«

Wir müssen natürlich über Hannes [Steinbach] sprechen.

Und ja, ich kenne Hannes, seitdem er geboren ist. Das ist schon eine krasse Reise und das jetzt noch einer aus Würzburg kommt, das ist eh schon krass. Aber dass es jetzt auch noch einer ist, den wir so lange kennen. Das ist Wahnsinn und freut uns riesig. Ich wünsche ihm natürlich alles Beste.

Und wenn ich irgendwie helfen kann, dann jederzeit, das weiß er auch. Er kann sich jederzeit melden. Er hat in der Sommerliga ganz gut gespielt. Im ersten Spiel war alles ein bisschen neu. Und dann hat er ein paar tolle Spiele hingelegt. Also ich glaube, dass sein Körper absolut NBA-ready ist. Was bei mir damals nicht so der Fall war.

Ich war echt viel zu dünn. Das Problem hat der Hannes nicht. Von daher glaube ich, dass er sich an das Physische schnell gewöhnen kann und wird.

Und ich hoffe doch, dass er ein gutes Jahr für Charlotte spielt. Er hat jetzt den Dennis Schröder auch noch bekommen. Es ist natürlich schön, dass er so ein bisschen deutsch sprechen kann, dass er einen Mentor hat, der ihm bei ein paar Rookie-Sachen helfen kann.

»Schlag auf Schlag«

Jetzt steht ja auch euer Tennisturnier an mit der Foundation.

Ja, im September ist viel los. Am Wochenende ist unser Tennisturnier. Es kommt alles Schlag auf Schlag. Die Vorbereitungen laufen natürlich schon seit Wochen und Monaten. Es ist natürlich schon ein riesiges Event, nicht nur allein das Tennisturnier organisieren, sondern wir machen danach noch so eine Afterparty mit DJ und MC. 

Das Team steht schon seit Wochen unter Strom, aber sie machen das echt super. Wir haben ein paar coole Celebs am Start, mit John Isner und Boris Kodjoe. Steve kommt natürlich, Stojaković ist am Start.

Das Turnier ist unsere einzige Möglichkeit, Geld einzusammeln, das wir dann ausschütten an die vielen tollen Projekte und Organisationen in Nord Dallas oder in Nord Texas. Dieser große Fundraiser erlaubt uns dann, die Sachen zu unterstützen, unsere Food Drives zu machen, immer zweimal im Jahr an Muttertag und an Thanksgiving, unseren Krankenhausbesuch an Weihnachten.

»Schlafen ist verdammt wichtig.«

Wie kümmerst du dich darum, dass du gut ins Alter gehen kannst?

Ich glaube, als Athlet kennt man seinen Körper eigentlich sehr gut. Man lernt ihn über die vielen Jahre kennen. Nach jedem Spiel steht man am nächsten Morgen auf und hört so ein bisschen in sich rein. Uff, wo zwickt es heute? Was musst du heute machen?

Ich habe natürlich schon auch hier und da ein paar Baustellen, die ich jeden Tag managen muss. Aber ich glaube, dass ich da echt einen guten Weg gefunden habe. Jetzt im Retirement mit gesünderem Essen, mit Bewegung, mit dreimal, viermal die Woche Krafttraining.

Fast jeden Tag raus, ein bisschen laufen, spazieren gehen, 20, 30 Minuten. Versuchen, Sonnenlicht zu kriegen, gleich früh am Morgen. Klar, Vitamine, Mineralien einnehmen jeden Tag.

Ein bisschen schwimmen hier und da, wenn ich Zeit habe. Also schon versuchen, aktiv zu bleiben. Ein bisschen Tennis spielen, ein bisschen Paddle spielen.

[…] Und dann versuche ich schon, meine sieben, acht Stunden Schlaf zu kriegen. Ich glaube, das ist das Beste, was man machen kann für Regeneration und für Longevity. Schlafen ist verdammt wichtig.

Auch als Podcast

Das ganze Gespräch gibt es auch hier und hier zu hören. 

___ ein Film von 41Campus & Silke Nowitzki.

Fotos © 41Campus